Das Parfum - Der Vergleich

Ich höre sie jetzt noch in meinen Ohren klingen, die Stimmen, die im letzten Jahr "Das Parfum" sahen und sich schnäuzten, mokierten, husteten, dass das Buch doch sooo viel besser sei als der Film und dass der Film Dinge auslasse und sowieso keine Gerüche darstellen könne.

Damals konnte ich dazu nichts sagen, da ich das Buch nicht kannte. Ich wusste lediglich, dass der Film erstaunlich gut war und konnte mir nicht vorstellen, dass ich ihn schlecht finden würde, hätte ich das Buch gelesen.

Nun, letzte Woche habe ich das nachgeholt, und das offensichtliche ist deutlich geworden: Die Lektüre hat an der Güte des Filmes nichts geändert. Der Film als völlig anderes Medium ist erst einmal überhaupt nicht mit einem Buch in Konkurrenz zu denken, und die Tatsache, dass er kürzt und andere Aspekte hervorhebt, kann man ihm nicht negativ anrechnen - es ist schlicht notwendig.

Und schließlich: Ein Buch kann ebensogut oder schlecht Gerüche abbilden wie ein Film.

20.5.07 12:30

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ich (20.5.07 15:36)
Also, habe das Buch gelesen, bevor ich den Film gesehen habe, war allerdings nicht enttäuscht vom Film. Fand, dass im Gegensatz zu vielen anderen Filmen die Handlung sehr genau am Buch entlang ging, fast nichts abgeändert wurde usw., was mir gut gefallen hat - und vor allem hat sich dabei der Teil in dem er sieben Jahre in einer Höhle verbracht hat nicht so in die Länge gezogen wie beim Buch.
Wenn man ein Buch liest, ist man selbst der Regisseur des Filmes der im eigenen Kopf entsteht; man stellt sich Sachen viel detaillierter und intensiver vor, als wenn man ein vorgegebenes Bild bekommt. Beim Film ist es ja so, dass man lediglich die dreckigen Straßen, schmutzigen Menschen und den Fischmarkt oder so sieht, was aber keine Geruchsvorstellungen in einem hervorruft. Wenn einem der Geruch mit Worten beschrieben wird, stellt man ihn sich aber sofort vor und erlebt das auch intensiver. Daher liegt es wohl an der Fantasie des Menschen und dass er gesehene Bilder eben nicht sofort mit Gerüchen verknüpft. Das sich das eine mit dem anderen nicht vergleichen lässt, finde ich da treffend.


Sprachtod (22.5.07 20:19)
Das stimmt, beim Lesen hat man mehr Freiheit, was die Imagination betrifft. Dafür lasse ich mich aber in einem großen Kinosaal mit riesiger Leinwand und lautem Score mehr mitreißen als zu Hause auf dem Sofa... ich würde auf beides jedoch nicht verzichten wollen!

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