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Sprachspiele

In der Innenstadt über dem Eingang zu einer türkischen Imbissküche hängt eine Fahne mit einem lächelnden Perser, darunter steht der prägnante und markante Spruch:

Döner is(s)t schöner!

 Natürlich könnte man nun weiterlaufen, anstatt sich darüber aufzuregen. Aber bitte, ich muss es doch tun: Es scheint wohl eine landläufige Meinung zu sein, dass zwei Klammern mit einem wortverändernden Buchstaben ein Zeugnis größter Sprachkompetenz seien - Jedoch vergisst man dabei gerne, dass beide Wortgebilde auch einen Sinn ergeben sollen. "Döner isst schöner"? Was isst er denn? Menschen? Fleisch und Kraut mit seinem Fladenmaul?
Ich glaube, würde man den Verfasser dieses "Wortspieles" nach dem Sinn des (s) in seinem Satz fragen, er würde verschämt zu Boden schielen. Zu Recht.

 

2 Kommentare 7.6.07 11:10, kommentieren



Kurz bevor ich in die Ferien trat

Gestern ging das zweite Semester zu Ende. All das Wissen, dass ich in den letzten Monaten (bzw. in den letzten 5 Tagen vor den Klausuren) verinnerlicht habe, wird nun in den nächsten zwei Monaten zumindest ins Unterbewusstsein driften.
Althochdeutsch? Ich bezweifle, dass ich morgen noch ein Wort darüber weiß. Schade.

 

Einen kleinen Schock durfte ich allerdings noch erleben, am Montag nämlich. Wir saßen im Seminar, die Dozentin spie Feuer und warf uns Begriffe entgegen, die uns fremd waren. In einem kalten Moment fragte sie die Runde, ob wir denn eigentlich alle ein Referat in diesem Semester gehalten hätten.
Tragischerweise gehörte ich zu den drei Personen, die sich nun aus diversen faulheitstechnischen Gründen verneinend meldeten. Die Augen der Dozentin wurden groß und rot. "Sie wissen schon, dass das essentiell für das Bestehen dieses Kurses ist?", fragte sie satanisch.
Wir schmolzen zusammen. Ein ganzes Semester umsonst - Hausarbeit, Klausurlernen, wöchentliche Zeitopferung - nur weil man kein kleines, hässliches Referat gehalten hat?!
Die restliche Stunde saßen wir also da und hassten, zerbrachen Bleistifte zwischen den Fingern. Es war eine Tortur.
Die Dozentin kühlte sich jedoch glücklicherweise  allmählich mit Schillerzitaten ab und gewährte uns eine kurze Audienz, in der wir einen Kompromiss erringen konnten.
Jetzt dürfen wir nächste Woche ein Thesenpapier zu einem literaturwissenschaftlichen Theorienmodell entwerfen und ihr elektronisch schicken.

Ich bezweifle, dass sie es sich überhaupt durchlesen wird... aber wenigstens ist mein Fortbestehen gesichert. 

15.6.07 08:12, kommentieren

Ein Wunder der Natur

Gestern lag ich auf dem Sofa, als ich eine Fliege in unnatürlichem Maße brummen hörte. Ich ortete die Quelle des Geräusches und fand das Insekt auf dem Boden kreisen, auf dem Rücken liegend, mit unglaublicher Geschwindigkeit um sich selbst rotierend, wobei es sich nur wenige Zentimeter fortbewegte. Es erinnerte stark an einen dieser Feuerwerkskörper, die passenderweise fliegenähnlich geformt sind und manchmal sogar so heißen.
Nachdem ich diesem Schauspiel einige Minuten beigewohnt hatte, holte ich eine Kamera, um es für die Nachwelt aufzuzeichnen. Aber gerade, als ich sie anschaltete, verstarb die Fliege.

 

 

3 Kommentare 23.6.07 15:21, kommentieren