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Dieser Beitrag ist ernst und aprilscherzfrei.

Zunächst schwankte ich, einen Aprilscherz zu machen. Es ist nur ein Tag im Jahr, ich bin zufällig online und könnte die Welt belügen. Aber dann fiel mir ein, dass ich bereits am Valentinstag die Gelegenheit für eine Falschmeldung genutzt hatte. Der Tag erschien mir auch geeigneter dafür, denn wahrscheinlich werden am 14. Februar mehr Leute belogen als am 1. April (Aaaaaaah! Bei solchen Aussagen dreht sich mir doch das Messer im Bauch!! Die Menschheit ist überhaupt NICHT so schlecht, wie dieser Sprachtod das behauptet! - Anm. d. maiblog-Chefredakteurs).

Hat jemand gestern Wetten dass? gesehen? Ich habe nur wenige Minuten davon aushalten können. Dem Format ist anscheinend nicht mehr zu helfen... die Gäste waren dermaßen peinlich unlustig, dass mir eine Träne des Schmerzes über die Wange lief.
Gottschalk sollte lieber wieder Witze über Arbeitslose machen oder Pocher zum Publikumsbeleidigen einladen, anstatt zweitklassigen ZDF-Schauspielerinnen an die Schenkel zu greifen und ausgelutschte britische Komödianten Grimassen schneiden zu lassen...

1.4.07 10:29, kommentieren



Sonntag, Sonne, Eisbären schmelzen in Berlin

Wenn einen schon das eigene Leben relativ wenig beeindruckt, so wenigstens das Fernsehen?
Wie ein Unterhemdproletarier saß ich heute morgen beim Frühstück und betrachtete zumindest für sieben Minuten die "MyVideo-Show", entweder eine weitere Auflage von "upps" (Oder "bitte lächeln"? Oder gab es vorher schon eine weitere Ur-Version?) mit Videos in lächerlich schlechter Pixelqualität oder eine schäbige Werbesendung in Überlänge. Zu Gast war ein Super-Richie, der Dieter Bohlen imitierte. Immerhin besser als ein beleibtes Fettfiasko aus Marzahn, aber für den Olymp des Humors reicht auch das leider nicht... Als schließlich noch ein "lustiges" Video von Knut aus Berlin die Herzen von Millionen Gefühlsopfern erfreute, löschte ich Sat.1 aus dem Programm-Menü.

8.4.07 10:46, kommentieren

Boris Becker verleumdet sein Kind

So wenig ich von seinen schauspielerischen Leistungen halte, mit diesem bösartigen Werbe-Clip, der mehr als nur ein symbolischer Tritt ins Gesicht seiner unehelichen Tochter ist, konnte er mich zum Lachen bringen:

 

 

 


3 Kommentare 9.4.07 15:56, kommentieren

Was die Sterne an diesem schwarzen Freitag sagen

Was stand heute in meinem Horoskop (Löwe)?
- Bitte gehen Sie nicht aus dem Haus. Sie werden ein Unglück erleiden. Bleiben Sie von Autos und elektronischen Geräten fern. Sehen Sie nicht direkt in die Sonne. Der Mars steht ungünstig.

Und wenn ich Schütze wäre?
- Genießen Sie die frühen Stunden des Tages. Sie werden heute sterben. Jupiter verheißt nichts Gutes.

 

Für die restlichen Sternzeichen ist es ein Freitag wie jeder andere. Wochenende! Freude undsoweiter. Außerdem scheint die Sonne. Und Jason Voorhees hat seinen Besuch angekündigt.

2 Kommentare 13.4.07 15:24, kommentieren

Ich gehöre zu den glücklichen Begotten-Betrachtern

Endlich! Auch wenn es ein Etappenrennen war, ich habe jede Minute des überunmenschlichen "Begotten" gesehen. Kann man diesen Film empfehlen?

Sicherlich nicht jedem GZSZ-Fan. Und auch nicht Menschen, die die Qualität eines Filmes anhand der Explosionen messen. Denn bei Begotten explodiert überhaupt nichts. Höchstens das Gehirn des Betrachters.
Der Film wirkt wie ein verstörendes Artefakt aus unendlich alter Zeit. Keine Sprache! Keine Narration! Schwarzweiß verkörnt sieht man unheilvolle Dinge, den Selbstmord eines Gottes, Mutter Erde als Samendiebin und Wüstenwesen, die den Fleischsohn foltern.
Interessanterweise wird das lediglich durch den Abspann verraten - aber der Ratlosigkeit nach Betrachtung hilft das nicht weiter. Der Film will gar nicht verstanden werden. Der Film ist eigentlich auch kein Film. Er ist... Horror! Kunst!
Ich vergebe eine hohe Punktzahl für dieses Werk.

20.4.07 10:47, kommentieren

Letztes Jahr, in Marienbad

Es ist nicht so, dass ich hier zum Filmkritiker mutieren möchte. Aber wenn die Bahn pünktlich kommt, wenn das Wetter schön ist, wenn der Unterrichtsstoff wie eine Kettensäge ins Detail schneidet, dass der Fachfremde nur erschrocken gähnen kann, dann bleibt nur die Flucht in Fantasiewelten.

Und das ist auch ein romantisches Ziel - vollkommen in die Möglichkeit zu verschwinden, nach Marienbad vielleicht, in ein unerklärliches Rätsel, zwischen Stillleben und Schattenspielen, Zeitsprüngen und Orgelmusik.

 

(Nichtsdestotrotz, morgen versuche ich, etwas Echtes zu erleben. Etwas, das ich angreifen kann. Und wenn es nur eine alte Frau ist, die hustet. Das reale Leben ist es wert, notiert und zu Fiktion zu werden!) 

25.4.07 20:59, kommentieren

Prophezeihungen

Und was ich gestern noch im Scherze schrieb, wurde heute schon zur Wahrheit. Die Bahn kam nicht. Ich stand und vertrieb mir die Zeit mit Menschen, die mein Schicksal teilten. Schweißflecken verdunkelten mich, aber die Zeit schien noch verlorener als am strahlenden PC.

Halten wir also endgültig fest: Die Imagination ist besser als jede Realität. (Falls Realität nicht sowieso schon ein imaginäres Konstrukt des Geistes ist. Aber bevor das zu metaphysisch wird, esse ich ein Brot.)

26.4.07 15:41, kommentieren