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Killer7

Heute vor einer Woche hatte ich mir vorgenommen, süchtig zu werden.

Nicht nach Schnaps, Zigaretten oder dem Internet, nein, nach etwas wirklich ungefährlichem: Einem Videospiel. Ich bin dafür sehr anfällig, aus unerklärlichen Gründen. Also kaufte ich mir das Werk eines gewissen Suda 51 und verbrachte Stunden vor dem Bildschirm, wobei sich die Abhängigkeit immer mehr vergrößerte.
Heute habe ich es immer noch nicht durchgespielt.  Mir ist lediglich aufgefallen, wie wenig Zeit ich mit Lernen und sozialen ICQ-Gesprächen verbracht habe. Aber da wir uns noch am Semester-Anfang befinden, kann man darüber hinwegsehen.

Gestern habe ich 189 unschuldige Wesen getötet. 

1 Kommentar 5.3.07 10:40, kommentieren



Der Sieg über das Spiel

Nach stundenlanger Controllerbelastung habe ich das Spiel beendet. Soll ich es hier nun loben? Weiterempfehlen? Kritisieren?

Dafür gibt es wohl genügend andere Internet-Seiten, denen man mehr Glauben schenken sollte als meiner einzelnen Subjekt-Meinung. IGN gibt dem Titel eine gute 8.0, was durchaus vertretbar ist.
Am Donnerstag hatte ich mehrere Leute in meinem Haus, die Killer7 für das schlechteste Spiel seit Menschengedenken hielten, aufgrund

-innovativen Gameplays
-innnovativer Cel-Shading-Grafik
-innovativem Gamecube-Controller (anstatt Maus und Tastatur)
-innovativem Gegner-Design
-zu hohem Schwierigkeitsgrad (was die Rätsel anbetrifft)

Ich schwieg dazu. Genau wie man zur Genitiv/Dativ - Frage schweigen sollte, die sich bei dem Wort "aufgrund" stellt.

10.3.07 11:05, kommentieren

Fußball. Fürs Proletariat?

Gestern schnappte ich meine Fettfalten über meinem Bauch und zwickte sie. Ich bin fett, das machte mir der Spiegel klar. Ich habe Brüste wie eine trächtige Sau.

Also traf ich mich mit zehn anderen Gleichgeschlechtigen in einer Sporthalle um Fußball zu spielen, auf barbarische und laute Weise. Der Schweiß auf meiner Stirn reizte meine Haut, und das Salz brannte sich rot ins Fleisch. Am Ende des Tages hatte ich hostiengroße Blasen an den Fußballen und konnte nur mit größter Mühe das Gaspedal betreten.

Heute ist Laufen eine Qual. Und Muskelkater in den Oberschenkeln habe ich auch. Mein Gewicht hat sich natürlich noch nicht verändert, aber der Anfang ist gemacht.  

12.3.07 10:33, kommentieren

12.30 Uhr am Bahnhof Mannheim

Während der Freistunde saß ich auf einer Wartebank und las ein Buch, nichtsahnend. Als eine Stimme neben mir sagte: "Karl May oder was?"
Ich blickte auf und sah einem weißhaarigen 50jährigen in die alten Penneraugen. Dann drehte ich mein Buch wortlos in seine Richtung, dass er den Titel lesen konnte.
"Ah, der Pianist, huhe. Aber da hört man doch gar nichts von beim Lesen, huhe." Er klimperte mit seinen Fingern wie eine Spinne. An seinen Fuß hatte er ein Bild gelehnt, ein Portrait eines kleinen blonden Kindes. Es war mehr eine Skizze als ein fertiges Bild.
"Wartens, ich hab auch ein Buch." Er wühlte in seinen Taschen und zog ein braunbeflecktes, uraltes Buch hervor, ehemals elfenbeinfarben, das von einem weißen Haarband zusammengehalten wurde. Dieses Haarband fiel ihm auf den Boden und er beugte sich danach, aber seine Finger reichten nicht bis zu den Füßen. Zitternd stand er da, einige Sekunden, und ich wollte ihm fast zur Hilfe eilen, als er es trotzdem schaffte.
"Hier, ne, hier. Das is Latein, ja. Und von... diesem Mann, der das Drucken erfunden hat. Gutenberg, nich. Da stehts."
Und da stand es tatsächlich, auch wenn das Buch natürlich niemals von diesem Gutenberg gedruckt worden war. Ich nickte aber nur. Mein eigenes Buch hatte ich bereits zusammengeklappt.

1 Kommentar 14.3.07 11:57, kommentieren

1 Minute Humor

Ich fand dieses Zitat auf einer Reise durchs Internet:

"If anyone wants to save the planet, all they have to do is just stop eating meat."
- Paul McCartney

 

Und ich dachte immer, die Welt wäre kompliziert. Beim nächsten Schnitzel fällt mir vielleicht auch wieder ein, wieso.

18.3.07 12:16, kommentieren

Wie ich fast eine Frau betrogen hätte

Um 15.00 betrete ich einen ALDI-Süd-Supermarkt, um mich mit Orangensaft und Rohlingen zu versorgen. Da ich zwei Kästen benötige, werfe ich einen glitzernden Euro in den Einkaufswagenschlitz und registriere nebenbei, wie er verschluckt wird. Ganz alltäglich.
Ich kaufe die Objekte und zwinkere der Kassiererin zu, damit sie mich verabschiedet. Ihre Ohrringe sind aus Gold.

Nachdem ich alles ausgeladen habe, schließe ich riskanterweise nicht mein Auto ab, da es nur wenige Meter bis zu den Wagen sind. Und dann:

Passt der Schlüssel des vorderen Einkaufswagens nicht ins Schloss von meinem Einkaufswagen.
Der nebendran auch nicht.
Ich drehe mich um, eine Frau kommt auf mich zu und ich denke nicht nach und sage: "Sie können mir grad einen Euro geben und meinen Wagen nehmen."

Aber sie schaut mich nur scheu an und zeigt mir einen Plastikchip, den sie statt echtem Geld benutzt. 

21.3.07 18:03, kommentieren

Feierlichkeiten

Ich sitze im Hemd vorm Bildschirm und zähle die Minuten bis zum Abiball, wo ich die nächste Generation von Abiturienten beglückwunschen werde.
Zu ihrem Abitur. Welch großartige Leistung.

Ich werde morgen von allem berichten. Um die Wartezeit etwas zu verkürzen, kann man über folgendes Zitat nachdenken, welches rein gar nichts mit dem heutigen Abend zu tun hat:

 "Wenn ich ernstlich irgendwann dahin mit mir käme, daß ich überhaupt an Liebe glaube, dann würde ich ein Pfund Strychnin schlucken, mir eine Kugel in den Mund schießen und mich gleichzeitig von einem hohen Turm stürzen, damit ich's nur ja nicht verfehle."
- Michael Ende, "Einer langen Reise Ziel"

 

 

23.3.07 19:25, kommentieren