Der gläserne Mensch

Gestern morgen stand ich früh auf, um meinen Körper der Wissenschaft zu vermachen. Mit der Bahn nach Mannheim, warten und in einen Hinterhof schleichen, an aufwachenden Alkoholikern vorbei, die zwischen Ratten und Zeitungspapier stinkend schnarchen, betrat ich ein altes Gebäude, schlich verkommene Treppen hinauf in den fünften Stock.

Oben angekommen, klingelte ich an einer schmutzigen Glastür, hinter der man Ratten und Affen schreien hören konnte. Ich atmete durch und ließ mich von einer blondbrüstigen Studentin durch ein Labyrinth geleiten, bis zu einem Bildschirm, wo ich eine Einverständniserklärung mit kleinen Buchstaben unterschreiben durfte.

Dann begann das Experiment.

 

[Gerne würde ich davon berichten, aber ich bin zum Schweigen verpflichtet. Der Fortschritt findet mit mir statt]

1 Kommentar 5.5.07 15:48, kommentieren

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Ein Abend mit einem Volk Betrunkener

Gestern war ich auf einem dieser beliebten Weinfeste unserer Region.

Wer noch niemals in der Rheinebene war, dem erläutere ich hier das kurz: Tausende Menschen drängen sich durch die Gassen eines Dorfes - manche, um sich für den Koitus darzubieten, andere, um sich bewusstlos zu trinken. Und zwischen diesen beiden Extremen siedelt man sich zwangsläufig an, wenn kein Film auf Arte läuft.

Natürlich gibt es auch Bratwürste zu kaufen. Und man hört Gläser zu Boden gehen.

2 Kommentare 29.4.07 11:27, kommentieren

Prophezeihungen

Und was ich gestern noch im Scherze schrieb, wurde heute schon zur Wahrheit. Die Bahn kam nicht. Ich stand und vertrieb mir die Zeit mit Menschen, die mein Schicksal teilten. Schweißflecken verdunkelten mich, aber die Zeit schien noch verlorener als am strahlenden PC.

Halten wir also endgültig fest: Die Imagination ist besser als jede Realität. (Falls Realität nicht sowieso schon ein imaginäres Konstrukt des Geistes ist. Aber bevor das zu metaphysisch wird, esse ich ein Brot.)

26.4.07 15:41, kommentieren

Letztes Jahr, in Marienbad

Es ist nicht so, dass ich hier zum Filmkritiker mutieren möchte. Aber wenn die Bahn pünktlich kommt, wenn das Wetter schön ist, wenn der Unterrichtsstoff wie eine Kettensäge ins Detail schneidet, dass der Fachfremde nur erschrocken gähnen kann, dann bleibt nur die Flucht in Fantasiewelten.

Und das ist auch ein romantisches Ziel - vollkommen in die Möglichkeit zu verschwinden, nach Marienbad vielleicht, in ein unerklärliches Rätsel, zwischen Stillleben und Schattenspielen, Zeitsprüngen und Orgelmusik.

 

(Nichtsdestotrotz, morgen versuche ich, etwas Echtes zu erleben. Etwas, das ich angreifen kann. Und wenn es nur eine alte Frau ist, die hustet. Das reale Leben ist es wert, notiert und zu Fiktion zu werden!) 

25.4.07 20:59, kommentieren

Ich gehöre zu den glücklichen Begotten-Betrachtern

Endlich! Auch wenn es ein Etappenrennen war, ich habe jede Minute des überunmenschlichen "Begotten" gesehen. Kann man diesen Film empfehlen?

Sicherlich nicht jedem GZSZ-Fan. Und auch nicht Menschen, die die Qualität eines Filmes anhand der Explosionen messen. Denn bei Begotten explodiert überhaupt nichts. Höchstens das Gehirn des Betrachters.
Der Film wirkt wie ein verstörendes Artefakt aus unendlich alter Zeit. Keine Sprache! Keine Narration! Schwarzweiß verkörnt sieht man unheilvolle Dinge, den Selbstmord eines Gottes, Mutter Erde als Samendiebin und Wüstenwesen, die den Fleischsohn foltern.
Interessanterweise wird das lediglich durch den Abspann verraten - aber der Ratlosigkeit nach Betrachtung hilft das nicht weiter. Der Film will gar nicht verstanden werden. Der Film ist eigentlich auch kein Film. Er ist... Horror! Kunst!
Ich vergebe eine hohe Punktzahl für dieses Werk.

20.4.07 10:47, kommentieren

Was die Sterne an diesem schwarzen Freitag sagen

Was stand heute in meinem Horoskop (Löwe)?
- Bitte gehen Sie nicht aus dem Haus. Sie werden ein Unglück erleiden. Bleiben Sie von Autos und elektronischen Geräten fern. Sehen Sie nicht direkt in die Sonne. Der Mars steht ungünstig.

Und wenn ich Schütze wäre?
- Genießen Sie die frühen Stunden des Tages. Sie werden heute sterben. Jupiter verheißt nichts Gutes.

 

Für die restlichen Sternzeichen ist es ein Freitag wie jeder andere. Wochenende! Freude undsoweiter. Außerdem scheint die Sonne. Und Jason Voorhees hat seinen Besuch angekündigt.

2 Kommentare 13.4.07 15:24, kommentieren

Boris Becker verleumdet sein Kind

So wenig ich von seinen schauspielerischen Leistungen halte, mit diesem bösartigen Werbe-Clip, der mehr als nur ein symbolischer Tritt ins Gesicht seiner unehelichen Tochter ist, konnte er mich zum Lachen bringen:

 

 

 


3 Kommentare 9.4.07 15:56, kommentieren